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Der Tod durch Gaswagen

Chelmno (Kulmhof) war ein kleines Todeslager im Dorf Kulmhof. Es bestand aus einem großen Gutshaus nebst Parkanlage. Durch einen hohen Bretterzaun wurde es abgeschirmt. Es gab keine Zwangsarbeiter dort. Nur das „Sonderkommando“ der SS und ein paar Arbeitssklaven wohnten dort. Die SS war sich so sicher, dass es keine elektrischen Zäune wie in Auschwitz etc. gab.

Chelmno – Das massive Töten

Genau wie bei den anderen Lagern kamen die Juden in Zügen einer Kleinbahn dort an. Die Opfer wurde mit einer Rede begrüßt und dann zum „entlausen“ entkleidet. Danach sollten sie dann zum Arbeiten ins Deutsche Reich gebracht werden.

Dann wurden sie mit brutaler Gewalt in die von der T4-Aktion bekannten Gaswagen getrieben. Sie wurden dann durch die Abgase innerhalb ca. 10 Minuten getötet. Danach fuhren die Fahrer in ein Waldstück und luden die Leichen in die bereitstehenden Massengräber ab. Später wurden „Erdöfen“ zur Verbrennung genutzt.

Die Opferzahlen lassen sich auch hier nicht genau bestimmen. Es dürften sich um mind. 150.000 Juden bis 300.000 Opfer insgesamt handeln.

Das doppelte Ende des Lagers

Im April 43 wurde das Lager aufgelöst und das Gutshaus gesprengt. Die Täter wurden belobigt und hatten „Urlaub“. Im Juni 44 wurde das Todeslager nochmals kurz genutzt, um ca. 7000 Juden aus Litzmannstadt zu ermorden.

Danach wurden die Reste komplett abgebaut und die letzten Häftlinge im Januar 45 lebendig verbrannt.

Chelmno – Geheimhaltung unmöglich

Natürlich war das Treiben der SS nicht geheim zu halten. Die Dorfbewohner wussten, was dort geschah, taten aber aus Angst nichts.

Durch die Flucht eines Häftlings kamen Details zu den Alliierten. In zwei großen Tageszeitungen erschienen Berichte. Diese änderte aber nichts am Schicksal der Juden und anderen Häftlinge, weil es im deutschen Einflussbereich lag.

Die Gedenkstätte

Heute gibt es eine zweigeteilte Gedenkstätte. Ein Teil befindet sich dort, wo das ehemalige Gutshaus stand. Der andere Teil dort, wo die Massengräber sind bzw. wo die Toten verbrannt worden sind.