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Das Zweite Todeslager der Aktion Reinhard

Sobibor war das zweite Lager von dreien der „Aktion Reinhard“. Dort wurden zwischen 170.000 bis 250.000 Juden vergast. Wie Treblinka und Belzec lag es an einem kleinem Bahnhof im Osten Polens. So war sicher, dass keine Infos von dort ins Deutsche Reich kamen.

Sobibor – Das Lager der Vernichtung

Dieses Lager hatte eine eine Bahnrampe die direkt in das Lager führte. Es war wie die beiden anderen Camps nicht als Arbeitslager ausgelegt. Der „Vorbereich“ diente der Selektion und Sammlung der Habseligkeiten. Dort lebten auch die berüchtigten „Trawniki“ – Ukrainische SS-Hilfsmannschaften – und ein paar ausselektierte Juden, die die Hilfsarbeiten machen mussten. Von dort führte die sogenannte Himmelsstrasse in den Vernichtungsbereich. Dieses war ein schlauchförmiger Weg, der keine Chance auf Flucht lieferte. Die Trawniki trieben die angekommenen und „vorbereiteten“ Juden in die Gaskammern. Dann wurden die Türen geschlossen. Im Nebenraum wurde der Panzerdiesel angeworfen und das Abgas in die Kammern geleitet (CO). Innerhalb der nächsten ca. 30 Minuten waren alle tot.

Das sog. „Sonderkommando“ musste nun die Toten in die Massengräber werfen. Später wurden sie verbrannt. Vorher wurden noch die Goldzähne entnommen.

Das Procedere war das auch in den anderen Lagern der Aktion Reinhard bewährte System. Gnadenlos töten, was maximal möglich war.

Sobibor – Das Ende

Das Lager bestand nur von 1941 bis 1943. Von Außen sah man nicht, was dort vorging. Aus dem Vernichtungsbereich ist nichts bekannt, weil es komplett abgeschottet war. Dort kam keiner lebend heraus. Die SS hatten es außen mit Blumenbeeten etc. geschmückt, um alle in die Irre zu führen. Bis auf den Gestank von den Verbrennungen deutete nichts auf das Geschehen hin. Mancher mag sich gewundert haben, wo denn die vielen Menschen die hinein, aber nicht wieder hinauskamen.

Am 14. Oktober 1943 gab es einen erfolgreichen Aufstand in dem Lager mit Hilfe von Außen. Ca. 300 Gefangene konnten erstmal fliehen. Nur ca. 60 haben den Krieg überlebt. Die anderen wurden gefunden und umgebracht.

Nach dem Aufstand wurde das Lager komplett wie Belzec „rasiert“. Alles, was auf den Massenmord hinwies wurde zerstört…Die letzten Gefangenen wurden Anfang November 43 erschossen. Bis auf ein paar Arbeitsbarracken blieb nichts über als schöne Blumenbeete und Massengräber etc.

Sobibor – Das geschändete Grabmal

Schlimmer als in den andere Camps interessierte sich die Rote Armee etc. nur sehr begrenzt für das, was von dem Grabmal übrig geblieben ist. Bis zum Bau des offiziellen Museums/ Mahnmals wurde es von Räubern heimgesucht. Sie suchten nach dem Gold und anderen wertvollen Dingen der Opfer, was die SS vielleicht dort vergessen hatte. Gräber wurden dabei rücksichtslos geschändet. Dann wurden dort ukrainische Kriegsgefangene hingebracht, bevor sie in die Ukraine zurück konnten. Zusammen mit den örtlichen Bewohnern demontierten diese die Barracken und nutzen das Holz in eigenen Häusern. Manches wurde viel später bei Hausrenovierungen in den umliegenden Dörfern gefunden, weil es nicht zum Haus passte.

Aktuelle Grabungen zeigten Massengräber in der Größe von mind 19.000(!) Kubikmetern. Heute ist es endlich ein Museum und Mahnmal.

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#sobibor #Holocaust #shoah