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Das dritte Lager der „Aktion Reinhard“

Treblinka war das dritte Lager der „Aktion Reinhard“. Es war wie die anderen eine Todesfabrik mit dem Ziel, möglichst viele Juden zu ermorden.

Treblinka – Die Todesmaschine

Wie die anderen beiden Lager Belzec und Sobibor hatte Treblinka nur eine Aufgabe: Möglichst viele Juden abzufertigen(vergasen) und die Leichen zu entsorgen.

Es lag an einem kleinen unbekannten Bahnhof. Eine Rampe führte in das Lager und diente der Trennung der arbeitsfähigen Juden von den sofort zu vergasenden. Die arbeitsfähigen wurden in dem zusätzlich erbauten Arbeitslager zu Tode gearbeitet. Diese beiden Lager waren klar räumlich getrennt.

In dem Todeslager gab es nach bekanntem Muster das „Vorlager“, wo die Habseligkeiten gesammelt wurden, Hare geschnitten wurden und alles sortiert in das Deutsche Reich gesandt wurde.

Räumlich durch Erdwälle etc. getrennt war der Mordbereich. Dieser enthielt die Gaskammern, Massengräber und später die „Verbrennungsroste“.

Die Gesamtzahl der Toten wird nie exakt festgestellt werden können. Forscher gehen zur Zeit von 800.000 bis ca. 1 Mio aus. Dieser Morde wurde auf eine Fläche von nur ca. 200 X 250 m umgesetzt…

Daraus läßt sich die gnadenlose Effektivität ableiten. Lt. Berichten soll der gesamte Prozess nur ca. 1,5 Std von der Ankunft bis zur Tötung gedauert haben.

Treblinka – Der Tötungsprozess

Interessant ist hier zu vermerken, dass die gesamte Umsetzung von erprobten Mördern geschah. Es waren diejenigen, die schon mit dem „T4-Programm“ – der Vergasung unwerten Lebens – Erfahrungen mit Gaskammern etc. hatten. Sie „skalierten“ die kleineren Kammern auf die Größe, um Massen ermorden zu können.

Zuerst wurden die Leichen wie in den anderen Lagern in Massengräbern verscharrt. Diese wurden später teilweise wieder ausgegraben. Man installierte dann aus Eisenbahnschienen sehr große Roste, um die Massen an Leichen verbrennen zu können. Der Gestank muss extrem gewesen sein, da man keine Krematorien baute. Sie wurden einfach nach der Vergasung direkt verbrannt. Es zeigte sich, dass die SS keinerlei Angst hatte.

Hier wurden die gleichen Panzerdiesel wie in den anderen Lagern benutzt. Die Juden erstickten innerhalb von ca. 30 Minuten qualvoll. Die „Sonderkommandos“ mussten die Entsorgung und Verbrennung erledigen.

Auch hier arbeiteten die berüchtigten Trawnikis – Hilfsarbeiter der SS. Sie waren die „Antreiber“, die sich aber nicht die Finger wie die SS schmutzig machten. Mit äußerster Brutalität trieben sie die Juden in die Gaskammern. Den Rest erledigte das Sonderkommando.

Treblinka – das Ende

Am 2. August 43 gab es hier ebenfalls einen Aufstand. 200-250 Häftlinge flohen, von den ca. 60 bis zum Ende des Krieges überlebten. Die anderen Häftlinge wurden nach Sobibor verbracht und dort ermordet.

Das Vernichtungslager wurde danach „rasiert“. Was noch nützlich war, wurde per Zug ins Reich transportiert. Im Oktober 43 wurde nach dem dortigen Aufstand das Sobiborlager ebenfalls „rasiert“.

Das Arbeitslager wurde noch bis 23.07.1944 weiterbetrieben. Dann musste es wegen den näher kommenden Front auch liquidiert werden. So konnten die Russen nur noch die Reste finden…

Treblinka – Die Gedenkstätte

Treblinka blieb das Schicksal von Belzec erspart. Es gab schon früh verschiedene Pläne für eine Gedenkstätte. Seit 1964 gibt es das heutige Mahnmal mit den 17.000 gebrochenen Steinen auf dem Todesfeld. Ein Museum erzählt heute von dem Leiden.

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